bbr 2/2010

Spezial zum 24. Oldenburger Rohrleitungsforum


Nachhaltige Energieplanung rund um die Nordsee


Steigende Energiepreise und immer enger gestrickte kommunale Haushalte sowie noch brachliegende Möglichkeiten der Nutzung regionaler Ressourcen sind der Ausgangspunkt für ein internationales Projekt, welches im Januar 2010 ins Leben gerufen wurde. Das Besondere dabei: International heißt hier, dass alle Nordseeanrainerstaaten mit im Boot sind. Dabei gilt es insbesondere, regionale Besonderheiten und Effekte zu erkennen, zu publizieren und zu nutzen. Das Institut für Rohrleitungsbau (iro) sowie der Fachbereich Bauwesen & Geoinformation sind u. a. mit den Partnern aus Großbritannien, den Niederlanden, Dänemark und Schweden als deutsche Institutionen vertreten.
Autor: Prof. Dipl.-Ing. Thomas Wegener (EWE)



Fernwärmedüker unter der Havel

Unter dem Motto „Spandau spart CO2“ hat die Vattenfall Europe Berlin AG & Co. KG die Erweiterung ihres Fernwärmenetzes in Richtung Berlin-Spandau gestellt. Ein wesentliches Kernstück dieser Gesamtmaßnahme „Netzerweiterung Spandau“ bildet die Querung bei Fluss-km 1,47 der Unteren Havel-Wasserstraße.
Autor: Dipl.-Ing. Bernd Daunke



Präzise Rohrleitungsprüfung durch Messmolchung auf Ultraschallbasis

Pipelinesicherheit n Rohrleitungen und Fernleitungen verfügen über eine nahezu unbegrenzte Lebensdauer – bei entsprechender Wartung und Überprüfung. Daher sind in regelmäßigen Abständen Festigkeits- und Lebensdauerbewertungen durchzuführen. Insbesondere bei den vermehrt eingesetzten dünnwandigen Rohren aus hochfestem Stahl muss die Rohr-wandung regelmäßig untersucht werden, um Fehlstellen zu erkennen, bevor Probleme auftreten. Hierbei haben sich Messmolche auf Ultraschall- oder Magnetstreuflusstechnik bewährt. Für die Durchführung und Auswertung der Prüfmolchläufe sowie die abschließende Bewertung der einzelnen Aufzeichnungen wird allerdings übergreifendes Know-how nötig. Das zeigt das Beispiel einer Mineralölfernleitung, die TÜV SÜD im Auftrag eines nergieversorgers untersucht hat.
Autor: Dipl.-Ing. Hans-Joachim de la Camp



Multi-orbitales Reibschweißen von Rohren aus Polyolefinen

In einer gemeinsamen Forschungsarbeit des Süddeutschen Kunststoff-Zentrums (SKZ) in Würzburg und der Multi-Orbital-Systems GmbH (M-O-SYS) wurde das multi-orbitale Reibschweißverfahren für Polyolefinrohrleitungen entwickelt. Die Grundlage des Verfahrens ist eine innovative Bewegungsführung, bei der im Gegensatz zu bisherigen Reibschweißverfahren erstmals beide Werkstückenden in kleinsten kreisförmigen Orbitalbewegungen translatorisch bewegt werden können, was eine Effizienzsteigerung von bis zu 100 Prozent bewirken kann.
Autoren: Dr. Benjamin Baudrit, Dipl.-Ing. Eduard Kraus, Dr.-Ing. Martin Bastian



Druckprüfungen von Erdwärmesonden (Teil 1)

Gemessen an der möglichen Anzahl der Prüfdurchgänge stellt die Druckprüfung ein wesentliches Element der Qualitätssicherung beim Bau von Erdwärmesondenanlagen dar. In Teil 1 sollen insbesondere das Regelwerk und die sich daraus ergebenden Prüfbedingungen und Prüfzeitpunkte, in Teil 2 die derzeit gängige Praxis bei der Durchführung sowie die im Entwurf erschienene SIA 384/6 in Bezug auf Druckprüfungen kritisch betrachtet werden.
Autor: David Urban



Bewässerung landwirtschaftlicher Nutzflächen


Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen müssen wir uns in Zukunft auf extreme Witterung einstellen. Lang anhaltende und ergiebige Regenfälle im Wechsel mit langen Trockenzeiten, relativ hohe Temperaturen im Spätwinter und zeitigem Frühjahr sowie Frostperioden im April und Mai. Bereits im letzten Jahr haben wir einen Vorgeschmack davon bekommen, was uns in den nächsten Jahren erwarten wird. Treffen die prognostizierten Ereignisse ein, so werden vor allem auch der Landwirtschaft zunehmend Probleme bevorstehen. Einerseits können durch Hochwasser erhebliche Schäden eintreten, andererseits können durch Trockenheit komplette Ernten ausfallen. Die Bewässerung wird in der Zukunft eine zentrale Rolle spielen. Der folgende Bericht zeigt den Einsatz optimierter Unterwasser-Pumptechnik auf einem Obstgut in Rheinnähe.
Autor: Matthias Kaufmann



16,5 km Wasserhaltung durch eines der größten Grundwasservorkommen Europas

Im Zuge der Errichtung der EVN-Hochdruckgasleitung DN 800 von Gänserndorf via Eggendorf über den Semmering zur Landesgrenze, von Niederösterreich in die Steiermark, wurde zwischen Velm und Eggendorf die Mitterndorfer Senke (eines der größten Grundwasservorkommen Europas) gequert. Zur Wasserhaltung wurden insgesamt 1.400 Bohrbrunnen und 27 Versickerungsbecken mit einer Gesamtsickerfläche von 165.000 m2 hergestellt. Durch die umfangreichen Wasserhaltungsmaßnahmen konnte dieser Leitungsabschnitt in der geplanten Bauzeit von 39 Arbeitstagen hergestellt werden. Für die Bestückung der Brunnen wurden 180 Elektropumpen mit Stromaggregaten bis zu einer Gesamtleistung von 3,60 MW in Einsatz gebracht. Durch die enge und gute Zusammenarbeit des Auftraggebers EVN, der bauausführenden Firma GLS Bau und Montage GmbH mit dem ARGE-Partner NACAP sowie der Dipl.-Ing. Kurt Ströhle Ziviltechniker GmbH als Planer, konnte der 16,5 km lange – aus geohydrologischer Sicht äußerst anspruchsvolle – Wasserhaltungsabschnitt erfolgreich gequert werden, und dies trotz der seit Jahrzehnten höchsten Grundwasserstände.
Autoren: Brunnenmeister Ing. Reinhold Angerer, Dipl.-Ing. Marlies Greussing, Dipl.-Ing. Kurt Ströhle



Energieeinsparpotenziale in der Wassergewinnung


Energieeffizienz n Der Energieeinsatz wird in der Wasserversorgung immer kritischer betrachtet. Im Bereich der Wassergewinnung wird für die Erzeugung von Druck durch Pumpen Energie aufgewandt. Einsparpotenziale sind bei den Pumpen, aber auch im Rohrnetz und bei der Bewirtschaftung der Wassergewinnung vorhanden.
Autoren: Dipl.-Ing. Michael Plath, Prof. Dr.-Ing. Knut Wichmann

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